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„Ich kann den Geist der Musik nicht anders fassen, als in Liebe.“

Das Leben des Richard Wagner

Wilhelm Richard Wagner (* 1813 in Leipzig; † 1883 in Venedig) war ein deutscher Dramatiker, Komponist, Dirigent, Schriftsteller, Theaterregisseur und Dirigent.

Er gilt als einer der bedeutendsten Erneuerer der europäischen Musik im 19. Jahrhundert. Indem er dramatische Handlungen als Gesamtkunstwerk gestaltete und dazu Text, Musik und Regieanweisungen schrieb, veränderte er die Ausdrucksfähigkeit romantischer Musik und die theoretischen und praktischen Grundlagen der Oper. Als erster Komponist gründete er Festspiele in dem von ihm geplanten Bayreuther Festspielhaus.

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Richard Wagner

Am 22. Mai 1813 wird Wilhelm Richard Wagner in Leipzig als neuntes Kind des Polizeiaktuars Carl Friedrich Wilhelm Wagner und seiner Frau Johanna Rosine geboren. Am 23. November 1813 stirbt sein Vater an Typhus. Die Krankheit ist aufgrund der „Völkerschlacht“ gegen Napoleon ausgebrochen.
Am 28. August 1814 heiratet Wagners Mutter den Maler und Schauspieler Ludwig Geyer. Die Familie siedelt nach Dresden um. Dort besucht er von 1822 bis 1828 die Kreuzschule und wird noch unter dem Namen Richard Geyer konfirmiert.
Ab 21. Januar 1828 besucht er das Nicolai-Gymnasiums in Leipzig, wechselt am 16. Juni 1830 an die Leipziger Thomasschule und beginnt am 23. Februar 1831 ohne Schulabschluss ein Studium als Musikstudent an der Leipziger Universität.
Im August 1831 verspielt Wagner die Rente seiner Mutter, gewinnt mit dem letzten Taler alles zurück und rührt fortan keine Karte mehr an.
Im Februar 1833 weilt er seinen Bruder Albert, der am Würzburger Theater als Sänger engagiert ist und erhält durch ihn eine Stelle als „Choreinstudierer“ in Würzburg.
Im Jahr 1836 wird er Musikdirektor Bethmannschen Theatergruppe Magdeburg und debütiert in Lauchstädt mit Mozarts „Don Giovanni“. Am 29. März 1836 folgt die Uraufführung des „Liebesverbots“ in Magdeburg.
Am 24. November 1836 werden der „Hilfsdirigent“ Richard Wagner und Minna Planer durch Pfarrer Johann Friedrich Haspel in der Tragheimer Kirche zu Königsberg getraut.
Wenige Monate nach seiner Hochzeit tritt er Stellen als Musikdirektor am Theater in Königsberg (1. April 1837) und am Theater in Riga (21. August 1837) an. Im Jahr 1839 flieht er mit Minna und seinem Hund Robber über die Ostsee. Er erlebt an Bord des Schiffes Thetis einen heftigen Sturm im Skagerrak und hält dieses Erlebnis in seiner Oper „Der Fliegende Holländer“ fest. Nach einem Aufenthalt in London trifft das Ehepaar Wagner am 17. September 1839 in Paris ein.
Am 21. Oktober 1841 vollendet Wagner seinen eigenen „Holländer“-Textentwurf, muss ihn aber aus finanziellen Gründen verkaufen. Somit wird am 9. November 1841 der Holländer unter dem Titel „Le Vaisseau Fantome“ in Paris in der Komposition von Pierre Louis Dietsch uraufgeführt.
Nachdem er in Paris mehrere Monate von literarischen Beiträgen in der „Gazette musicale de Paris“ lebte, kehrt Wagner im Frühjahr 1842 nach Dresden zurück. Am dortigen Hoftheater folgt am 20. April 1842 die Uraufführung des „Rienzi“.
Schon am 2. Januar 1843 folgen in Dresden die Uraufführung des „Fliegenden Holländer“ und die Ernennung zum Königlich Sächsischen Hofkapellmeister.
Am 19. August 1845 findet die Uraufführung des „Tannhäuser“ in Dresden statt.
Am 5. April 1846 dirigiert Wagner im alten Opernhaus am Dresdner Zwinger zum ersten Mal Beethovens neunte Symphonie. In den folgenden Wochen befasst er sich intensiv mit dem „Lohengrin“.
In der Nacht vom 7. zum 8. Mai 1849 beteiligt sich Wagner zusammen mit dem königlichen Musikdirektor und revolutionären Demokraten Karl August Röckel an der Dresdener Revolution gegen den sächsischen König Friedrich August II. und wird darauf hin steckbrieflich gesucht. Die Revolution scheitert und Wagner flieht mit Frau und Papagei nach Zürich ins Exil.
Im Jahr 1850 reist Wagner durch Frankreich und hat ein Intermezzo mit Jessie Laussot.
In Abwesenheit des Meisters dirigiert Franz Liszt am 28. August 1850, dem Geburtstag Goethes, die Uraufführung des „Lohengrin“ am Hoftheater in Weimar.
Im Februar 1852 lernt Wagner den 37-jährigen Otto Wesendonk, Teilhaber einer New Yorker Seidenfabrik und seine 23-jährige Frau Mathilde kennen. Das Ehepaar ist durch ein Beethoven-Konzert Wagners angerührt.
Am 18., 20. und 22. Mai 1853 finden die ersten „Wagner-Festspiele“ in Zürich statt. Mit den drei Aufführungen mit Ausschnitten aus dem „Holländer“, „Tannhäuser“, „Lohengrin“ und dem Friedensmarsch aus „Rienzi“ feiert er einen bespiellosen Erfolg.
Bei einem Besuch von Franz Liszt in Zürich lernt Wagner am 10. Oktober 1853 die 16-jährige Liszt-Tochter Cosima kennen.
Vom 12. März bis 25. Juni 1855 dirigiert Wagner acht Konzerte mit Werken von Mozart, Beethoven, Weber und Spohr in London.
Am 28. April 1857 zieht Wagner im „Asyl auf dem Grünen Hügel“ neben der noch nicht fertig gestellten Wesendonk-Villa in Zürich ein.
31. August 1857 Besuch von Hans und Cosima von Bülow, die sich auf ihrer Hochzeitsreise befinden.
Am 23. Dezember 1857 bringt Wagner morgens Mathilde von Wesendonk die orchestrierten „Träume“ als Geburtstagsständchen dar und überreicht ihr am 31. Dezember mit der Widmung an den „Engel“ die Kompositionsskizze des ersten Aktes von „Tristan und Isolde“. Nachdem sich der Konflikt zwischen Minna und Mathilde immer mehr zuspitzt, verlässt Wagner am 17. August 1858 endgültig das „Asyl“ und unternimmt in den folgenden Jahren zahlreiche Reisen. Bis 1863 dirigiert er auf seiner neuen Wanderschaft Konzerte und Opern in Italien, Paris, Brüssel, Petersburg, Moskau, Budapest, Prag, Karlsruhe und Wien.
Am 13. März 1861 endet die Erstaufführung des „Tannhäuser“ in Paris mit einem handfesten Skandal.
Am 1. Februar 1862 kehrt Wagner von Paris nach Deutschland zurück. Es folgen Aufenthalte in Mainz, Biberich, Karlsruhe, Dresden und Wien. Am 12. und 17. eptember 1862 dirigierte Wagner in Frankfurt am Main seinen „Lohengrin“.
Das Jahr 1863 steht im Mittelpunkt zahlreicher Konzerte. Wagner dirigiert im März und April Konzerte in Petersburg und Moskau, im Juli in Budapest, im November in Prag und Karlsruhe und im Dezember in Wien.
Am 10. März 1864 wird der 18-jährige Ludwig II. neuer König von Bayern.
Am 23. März 1864 flieht er vor der drohenden Schuldhaft aus Wien und bekennt am 8. April 1864 (an Cornelius): „Ein gutes, wahrhaft hilfreiches Wunder muß mir jetzt begegnen; sonst ist´s aus!“ Über München, Zürich und Basel erreicht er am 28. April 1864 das Hotel Marquardt in Stuttgart und schreibt an Weißheimer: „Ich bin am Ende“.
Dort besucht ihn am 3. Mai 1864 der königliche Kabinettssekretär Hofrat von Pfistermeister, vor dem sich Wagner am Tag vorher verleugnen ließ, und überbringt ihm eine Botschaft des Königs. Sie reisen sofort mit dem Zug nach München ab. Am 4. Mai 1864 findet die erste Begegnung mit dem jungen bayerischen König Ludwig II. in der Münchner Residenz statt. Er erhält 4.000 Gulden zur Tilgung der Schulden und bezieht zunächst das Landhaus Pellet am Starnberger See. Dort besucht ihn am 29. Juni Cosima mit ihren Töchtern Daniela und Blandine. Der Bund Cosimas mit Wagner wird in diesen Tagen endgültig besiegelt. Am 15. Oktober 1864 bezieht Wagner das Haus Brienner Straße 21 in München.
Unter der Leitung von Hans von Bülow wird am 10. Juni 1865 im Hoftheater München „Tristan und Isolde“ uraufgeführt. Der erste Tristan Schnorr von Caroldsfeld stirbt wenig später am 21. Juli 1865 in Dresden.
Am 25. Januar 1866 stirbt Wagners Ehefrau Minna an einem Lungenödem.
Am 10. Dezember 1865 muss Wagner München verlassen und zieht über einen längeren Aufenthalt in Genf am 5. April 1866 in das idyllisch gelegene Haus Tribschen auf einer Halbinsel im Vierwaldstätter See bei Luzern um.
Am 21. Juni 1868 findet die Uraufführung der „Meistersinger von Nürnberg“ im Münchner Hoftheater statt. Die musikalische Leitung hat Hans von Bülow.
Am 8. November 1868 lernen sich Wagner und Friedrich Nietzsche in Leipzig kennen.
Am 6. Juni 1869 wird Siegfried Wagner in Tribschen als drittes Kind von Richard Wagner und Cosima von Bülow geboren.
Am 5. März 1870 lesen Richard und Cosima im Conversations-Lexikon von Brockhaus die Zeilen über das bekannte Markgräfliche Opernhaus im Herzen Bayreuths. Er erwägt, im Theater der Markgräfin Wilhelmine den „Ring des Nibelungen“ aufzuführen.
Innerhalb weniger Monate werden in München am 22. September 1869 „Das Rheingold“ und am 26. Juni 1870 „Die Walküre“ jeweils unter der Leitung von Franz Wüllner uraufgeführt.
Am 25. August 1870, dem 25. Geburtstag des bayerischen Königs Ludwig II., heiraten Richard Wagner und Cosima von Bülow in Luzern. Trauzeuge ist der Wiener Hofkapellmeister Dr. Hans Richter, der später erster Dirigent bei den Bayreuther Festspielen sein sollte.
Wagner macht auf dem Weg nach Berlin einen Zwischenstopp im Hotel „Sonne“ in Bayreuth, um sich vom 17 bis 20. April 1871 umzusehen. Er fand das Barocktheater aufgrund der archaischen Bühnentechnik, des viel zu kleinen Orchestergrabens und der barocken Logenanordnung für seine Zwecke ungeeignet. Jedoch fand sich Bayreuth im von Ludwig II. regierten Bayern und ziemlich genau in Deutschlands Mitte.
Am 3. Mai 1871 besucht Wagner Otto von Bismarck in Berlin. Der Reichskanzler lehnt eine staatliche Unterstützung der Festspielidee ab. Dennoch schreibt Wagner dem Bayreuther Doktor Carl Landgraf am 11. Mai 1871, dass er bereits für den Sommer 1873 ein „großes Festspiel“ mit der Aufführung des „Nibelungenringes“ in Bayreuth plant und dies bereits mit König Ludwig II. geklärt habe.
Am 22. April 1872 verlässt die Familie Wagner Tribschen und bezieht das Hotel Fantaisie in Donndorf vor den Toren Bayreuths und wenig später ein Gebäude in der heutigen Dammalle. Das Haus, in dem heute die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft untergebracht ist, entwickelte sich zur „Schaltzentrale“ Wagners.
Am Vormittag des 22. Mai 1872, Wagners 59. Geburtstag, fand mit einer feierlichen Zeremonie bei strömendem Regen die Grundsteinlegung des Bayreuther Festspielhauses statt. Vor einem Festbankett im Hotel „Zur Sonne“ führte man Beethovens Neunte Symphonie im Markgräflichen Opernhaus auf. Wagner hatte in den Grundstein den bis heute rätselhaften Spruch einfügen lassen: „Hier schließ ich ein Geheimnis ein, da ruh es viele hundert Jahr': so lange es verwahrt der Stein, macht es der Welt sich offenbar.“
Am 31. Oktober 1872 erfolgt die letzte Ordnung in Wagners Familienleben. Cosima wird in der Stadtkirche „eingesegnet“ und tritt damit zum protestantischen Glauben über. Im selben Jahr erhält Wagner den Ehrenbürgerbrief der Stadt Bologna.
Das Richtfest für das Festspielhaus findet am 2. August 1873 bei schönen Sommerwetter statt. Nachdem der Choral „Nun danket alle Gott“ gesungen wurde, wird der Richtspruch verlesen: „Nun setzen wir aufs Haus das Dach; bewahr es Gott vor Sturz und Krach! Lass ich jetzt den Bauherrn leben, welchen Namen soll ich ihm geben? Ob Wagner oder seine Patrone oder gar der im Land trägt die Krone? Der sich als besten Bauherrn erweist: es lebe, so ruf` ich, der deutsche Geist!“
Der Beginn der ersten Festspiele muss immer wieder verschoben werden. Am 7. März 1874 geben Muncker und Feustel offiziell bekannt, dass es im Jahr 1876 mit Bestimmtheit die ersten Bayreuther Festspiele geben werde.
Am 28. April 1874 bezieht die Familie Wagner das Haus Wahnfried am Rande des Bayreuther Hofgartens. Die Villa wird mit Hilfe von 25.000 Thalern aus der Kasse von Ludwig II. finanziert.
Am 1. Januar 1876 wird die Markwährung eingeführt und bereitet dem Meister große Schwierigkeiten.
Von 6. bis 10 August 1876 sieht König Ludwig II. die Generalproben der vier „Ring“-Werke.
Am 13. August 1876 beginnen die ersten Bayreuther Festspiele. Während „Das Rheingold“ und „Die Walküre“ bereits in München gegen den Willen Wagners als einzelne Werke uraufgeführt wurden, wird im Festspielhaus erstmals „Ring des Nibelungen“ als Gesamtwerk aufgeführt. Wagner hatte sich endlich vom großstädtischen Repertoire-Theater befreien können. Auch konnte er im abgelegenen Bayreuth seine Festspiele aus der Routine und der Selbstgefälligkeit des großstädtischen Kulturbetriebes herauslösen.
Von September bis Dezember 1876 reist er durch Italien und besucht Verona, Venedig, Bologna, Neapel, Sorrent, Rom und Florenz.
In der Londoner Royal Albert Hall dirigiert Wagner acht Konzerte mit Ausschnitten aus der „Walküre“ und dem „Fliegenden Holländer“. Er sorgte für einen wahren Begeisterungssturm, der am 17. Mai 1877 mit einem Empfang durch Queen Victoria gipfelte. Auf Schloss Windsor las er der Queen und einem kleinen Kreis von Freunden den gerade vollendeten Textentwurf seines „Parsifal“ vor. Am 4. Juni 1877 reist er mit einem Reingewinn von gerade einmal 700 Pfund aus diesen Konzerten ab. Das entsprach etwa einem Zehntel des Defizits der ersten Festspiele.
Die Schlussbilanz am 30. August 1878 der ersten Bayreuther Festspiele von 1876 nennt die Gesamtkosten 1.272.876,09 Mark. In diesem Betrag sind 177.823,99 Mark für die Künstler erhalten.
Am 28. November 1880 verfügt Wagner in einem Brief an Ludwig II., dass der „Parsifal“ nur im Festspielhaus aufgeführt werden dürfe. Auch wünschte er die Ausweitung des Festspiel-Repertoires auf alle seine Werke seit dem „Fliegenden Holländer“. Seine ersten drei Opern „Die Feen“, „Das Liebesverbot“ und „Rienzi“ empfand er selbst als epigonal und nicht festspieltauglich.
Am 26. Juli 1882 findet die Uraufführung des „Parsifal“ im Bayreuther Festspielhaus unter Hermann Levi statt. Es finden 16 Vorstellungen des Bühnenweihspiels statt.
Am 14. September 1882 reist die Familie Wagner nach Venedig ab. Am 13. Februar 1883 stirbt Richard Wagner nach einem Herzanfall im Palazzo Vendramin-Calergi. Er wird am 18. Februar im Garten seines Hauses Wahnfried beigesetzt.
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